Berlin Klassisch

Als ich in den 90er-Jahren an der ETH in Zürich studierte, spalteten die Ansichten von Professor Hans Kollhoff gerade die ganze Architekturfakultät. Nicht nur, dass er bei uns Studenten als einer der strengsten und fordernsten Lehrer bekannt war – es waren auch seine neoklassizistischen Ansichten, die bei den meisten – der Bauhaus-Moderne verpflichteten – Dozenten Kopfschütteln verursachte. Um das Wissen bezüglich Materialität, historisch gewachsenen Formen und klassischen, über Jahrhunderte gewachsenen Grundrissen wurden die Kollhoff-Studenten oft aber auch beneidet. Ich für meinen Part muss wirklich gestehen, dass ich erst nach dem Studium Kollhoffs Ansatz überhaupt verstanden habe. Heute erachte ich Kollhoffs Bauten in Berlin – zum Beispiel das Del­brück-​Haus am Pots­damer Platz oder die «Leib­nizkolon­naden» – als sehr wohltuend. Sie schreien nicht und gliedern sich perfekt in die vorhandene Stadtstruktur ein, ohne sich anzubiedern.
Ein ähnliches, seiner Umgebung Reverenz erweisendes Haus steht seit Neustem an der Eisenzahnstrasse, einer Seitenstrasse des Kurfürstendamms, der einst von Reichskanzler Bismarck als Berliner Pendant zu den Champs-Élysées in Paris gedacht war. Dies kommt nicht von ungefähr, denn unter anderem hat der für die Gestaltung und Planung zuständige Architekt Sebastian Treese vier Jahre bei Hans Kollhoff gearbeitet. 2008 gründete er ein eigenes Büro, und seit 2013 arbeitet dieses exklusiv für den Projektentwickler Ralf Schmitz, das auch der Bauherr von «Eisenzahn 1» war. Die Familie Schmitz baut seit 1864 und in fünfter Generation exklusive Immobilien in besonders ausgewählten und werthaltigen Lagen. In über 150 Jahren hat die Schmitz-Familie mehr als 2500 Gebäude entwickelt, gebaut und dabei eine ganz besondere Historie kultiviert, die auf traditioneller Handwerks- und Ingenieurskunst fusst. Das «Eisenzahn 1» ist das neuste Objekt in dieser Erfolgsgeschichte ...


Den vollständigen Artikel finden Sie in der Ausgabe 02/2017 der Zeitschrift ATRIUM.